Lehrstuhl f. Bürgerl. Recht, Römisches Recht, Europ. Privatrechtsgeschichte d. Neuzeit u. Rechtsvergl.

Schwerpunktbereich 7

Informationen zum Schwerpunktbereich 7

Professor Dr. Rudolf Meyer-Pritzl ist Koordinator des Schwerpunktbereichs 1.1 (Zivilrechtspflege mit Ausrichtung auf Familien- und Erbrecht) und betreut außer­dem den Unterschwerpunkt „Privatrechtsgeschichte/Römisches Recht“ im Schwerpunktbereich 7 (Historische und philosophische Grundlagen des Rechts).

1. Häufig gestellte Fragen zur Wahl des Schwerpunktbereichs

Woran soll ich meine Entscheidung in erster Linie orientieren?

Bei der Wahl des Schwerpunktbereichs sollten Sie sich in erster Linie von Ihren persönlichen Interessen leiten lassen. Anders als im späteren Leben haben Sie während des Studiums die Möglichkeit, sich vertieft mit Themen zu beschäftigen, die Sie besonders interessieren. Je größer die Motivation für ein Fach ist, desto besser sind im Übrigen erfahrungsgemäß auch die Noten.

Welche Bedeutung hat der gewählte Schwerpunktbereich bei meinen späteren Bewerbungen?

Die Schwerpunktbereiche haben bei späteren Bewerbungen in aller Regel keine Bedeutung oder werden bestenfalls am Rande berücksichtigt. Das entscheidende Kriterium bei einer Einstellung in den Staatsdienst oder auch in einer großen An­waltskanzlei sind zuerst die Examensnoten in den beiden juristischen Prüfungen. Vor den Studienschwerpunkten werden vielfach noch andere Zusatzqualifikationen – wie Promotion, ausländischer akademischer Grad, Auslandserfahrungen, Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, etc. – berücksichtigt. Erreichen Sie mit dem Schwerpunktbereich „Historische und philosophische Grundlagen des Rechts“ eine ausgezeichnete Examensnote, werden Ihre Berufschancen viel besser sein, als wenn Sie in einem besonders praxisrelevanten Schwerpunktbereich lediglich eine durchschnittliche Note erzielen. In der Justiz, in der Verwaltung und in internatio­nalen Großkanzleien gibt es eine Reihe von Juristinnen und Juristen, die das Wahlfach bzw. den Schwerpunktbereich „Rechtsgeschichte“ gewählt haben.

Ist eine berufsbezogene Spezialisierung zu einem späteren Zeitpunkt überhaupt noch möglich?

Eine praxisbezogene Spezialisierung können Sie immer noch in der Referendar­ausbildung vornehmen. Dies ist auch der Regelfall. Im Referendariat können Sie viel besser beurteilen, in welchem Bereich Sie später gerne arbeiten möchten. Es ist sinnvoll (und vollkommen ausreichend) zu diesem Zeitpunkt entsprechende Ausbildungsschwerpunkte (in der Justiz, beim Rechtsanwalt, bei Verwaltungsbe­hörden, bei internationalen Einrichtungen etc.) zu setzen. So können Sie auch bereits persönliche Kontakte herstellen, die für eine spätere Einstellung von Be­deutung sein können, was naturgemäß während des Schwerpunktstudiums noch nicht möglich ist.

Empfiehlt es sich, die Wahl des Schwerpunktbereichs an Notenstatistiken auszurichten?

Nein! Notenstatistiken oder gar Gerüchte über Bewertungen in den einzelnen Schwerpunktbereichen sagen nichts darüber aus, wie Sie persönlich abschneiden werden. Auch gibt es seit der Einführung des Schwerpunktstudiums noch zu weni­ge Erfahrungswerte, um überhaupt einigermaßen aussagekräftige Notenstatistiken zu erstellen. Es gilt wiederum: Gehen Sie von Ihren eigenen Interessen aus!

 

2. Hinweise zum Schwerpunktbereich 7

Koordinatoren: Professor Dr. Rudolf Meyer-Pritzl und Professor Dr. Dr. Ino Augsberg

Die Kieler Rechtswissenschaftliche Fakultät misst den Grundlagenfächern traditio­nell eine besondere Bedeutung zu. Ein rechtshistorischer Schwerpunktbereich wird nicht an allen Rechtswissenschaftlichen Fakultäten angeboten. Auch einige große Rechtsfakultäten wie Heidelberg oder Münster haben keinen eigenen rechtshistorischen Schwerpunktbereich eingerichtet.

Im Rahmen des SP 7 können Sie im Hinblick auf die abschließende Prüfung zwi­schen drei Unterschwerpunkten wählen:

a)   Privatrechtsgeschichte und Römisches Recht (Professor Dr. Rudolf Meyer-Pritzl)

b)   Deutsche Rechtsgeschichte (Professorin Dr. Saskia Lettmaier)

c)   Rechtsphilosophie und Rechtstheorie (Professor Dr. Dr. Ino Augsberg).

Entscheiden Sie sich für einen rechtshistorischen (den rechtsphilosophischen) Unterschwerpunkt, erhalten Sie ein rechtshistorisches (ein rechtsphilosophi­sches) Thema für die schriftliche wissenschaftliche Arbeit.

Wie kaum ein zweiter Schwerpunktbereich bietet der SP 7 die Gelegenheit, sich mit Rechtsfragen in wissenschaftlich-vertiefter Weise auseinanderzusetzen. Auch ist der SP 7 für Studierende geeignet, die sich für interdisziplinäre Quer­bezüge (Geschichte, Philosophie, Logik, Philologie, Recht und Literatur, u.a.) interessieren. Das Studium des SP 7 ist bestens geeignet, um methodisch und thematisch eine spätere Dissertation vorzubereiten. Der SP 7 setzt keine beson­deren Sprachkenntnisse voraus, insbesondere müssen Sie nicht über Latein­kenntnisse verfügen, um den SP 7 erfolgreich zu studieren. In allen Veranstaltun­gen werden die Originaltexte stets mit Übersetzungen vorgelegt. Auch für die Themenarbeiten in der Prüfung sind Lateinkenntnisse nicht notwendig. In den zu­rückliegenden Jahren haben jeweils 15 bis 25 Studierende den SP 7 belegt.

Den Studierenden wird eine individuelle und auf die Prüfung hinführende Betreuung angeboten. Jede/r Teilnehmer/in hat die Möglichkeit, eine Seminarar­beit zu schreiben, die von Professor Meyer-Pritzl selbst korrigiert wird, so dass die bei der abschließenden Schwerpunktarbeit angelegten Maßstäbe transparent sind. Zusatzveranstaltungen (Exkursion nach Göttingen; Kieler Stadtrundgänge auf den Spuren der Universitätsgeschichte) ergänzen das Programm. Der Lehrstuhl ist bemüht, Verbindungen zwischen den ehemaligen und den gegenwärtigen Absol­ventinnen und Absolventen des SP 7 bzw. des früheren Wahlfachs Rechtsge­schichte herzustellen. Etliche Absolvent/inn/en arbeiten inzwischen in der Justiz, in Anwaltskanzleien, bei Wirtschaftsunternehmen oder in der Verwaltung. Die Er­fahrung zeigt, dass die Absolvent/inn/en des SP 7 in allen attraktiven juristischen Berufsfeldern Anstellungen finden. Die entsprechenden Kontakte können den Stu­dierenden bei der Wahl eines Praktikums, einer Referendarstation und u.U. auch bei der späteren Stellensuche von Nutzen sein.

Im Rahmen des Studiums des SP 7 finden Sie in Kiel nahezu optimale Arbeits­bedingungen vor. Die rechtshistorischen Bibliotheksbestände sind – verglichen mit den meisten anderen Rechtswissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland – sehr gut. Die Altbestände gehören zu den besten in Deutschland, aber auch die neuere und neueste rechtshistorische Literatur konnte dank der Berufungsmittel, die Professor Alexy, Professor Augsberg, Professor Eckert und Professor Meyer-Pritzl gewährt wurden, in sehr zufriedenstellender Weise angeschafft werden. In den Bibliotheksräumen für Römische und Deutsche Rechtsgeschichte (Juristisches Se­minar, 3. Etage) gibt es ruhige und angenehme Arbeitsplätze in großer Zahl. Durch die räumliche Nähe zwischen den Arbeitsplätzen und den Lehrstühlen be­steht eine persönliche Atmosphäre zwischen Studierenden, Professoren und Mitar­beitern. Auch außerhalb der Lehrveranstaltungen werden Sie jederzeit Professor Meyer-Pritzl und seine Mitarbeiter/innen am Lehrstuhl antreffen, ohne auf Sprech­stunden oder Terminabsprachen angewiesen zu sein.

 

Lehrveranstaltungen:

Wintersemester:

Rechtswissenschaftliche Methodenlehre (Professor Augsberg)

Juristische Logik und Argumentation (Professor Augsberg)

Vom Römischen Recht zum Europäischen Privatrecht (Professor Meyer-Pritzl)

Vertiefung Rechtsgeschichte (Professorin Lettmaier)

Seminare (Professor Augsberg oder Professor Meyer-Pritzl oder Professorin Lettmaier)

Sommersemester:

Rechtsphilosophie und Rechtstheorie (Professor Augsberg)

Vertiefung Privatrechtsgeschichte (Professor Meyer-Pritzl)

Vertiefung Rechtsgeschichte II (Professorin Lettmaier)

Seminare (Professor Augsberg oder Professor Meyer-Pritzl oder Professorin Lettmaier)

 

Allgemeine Informationen zum Schwerpunktstudium und zum Ablauf der Schwer­punktprüfungen entnehmen Sie bitte der Schwerpunktbereichsprüfungsord­nung. Beachten Sie bitte, dass alle Angaben auf dieser Seite unverbindliche Informationen darstellen. Rechtsverbindliche Angaben ergeben sich allein aus der Schwerpunktbereichsprüfungsordnung sowie aus den Hinweisen des Dekanats. Sollten Sie Fragen zur Wahl des Schwerpunktbereichs oder zu den Inhalten haben, können Sie sich gerne jederzeit an Professor Meyer-Pritzl wenden.