Lehrstuhl f. Bürgerl. Recht, Römisches Recht, Europ. Privatrechtsgeschichte d. Neuzeit u. Rechtsvergl.

Biographie

Der akademische Werdegang von Professor Dr. Rudolf Meyer-Pritzl ist besonders eng mit den Universitäten Göttingen und Genf verbunden. Nach dem Studium an diesen beiden Universitäten und dem Erwerb des Ersten Staatsexamens sowie des Diplôme de Droit Comparé (Premier Cycle) an der Faculté Internationale de Droit Comparé in Strasbourg war er zwei Jahre als Assistant-doctorant am Département d'Histoire du Droit et des Doctrines juridiques et politiques der Université de Genève (Leitung: Professor Dr. Dr. Bruno Schmidlin) tätig und wirkte an einem Forschungsprojekt zum schweizerischen Obligationenrecht mit. Anschließend legte er das Zweite Staatsexamen in Hamburg ab, nachdem er zuvor Stationen u.a. beim Senat für Transport- und Seehandelsrecht des Hanseatischen Oberlandesgerichts und in der Anwaltskanzlei Carlos Claussen & Partner sowie in Düsseldorf  (Rechtsanwälte Hölters & Elsing), Brüssel (Generaldirektion IV - Wettbewerb - der EU-Kommission) und Genf absolviert hatte. Es folgte die Promotion an der Universität Göttingen mit einer Arbeit über "Bona fides und lex mercatoria in der europäischen Rechtstradition". Die Forschungen für die Habilitationsschrift über "Consensus und Error. Eine dogmengeschichtliche Analyse der römischen, naturrechtlichen und pandektistischen Vertrags- und Irrtumslehren" führte er als DFG-Habilitationsstipendiat an dem von Franz Wieacker gegründeten Institut für Römisches und Gemeines Recht (Leitung: Professor Dr. Dr. h.c. Okko Behrends) in Göttingen sowie als Maître-assistant und Lehrbeauftragter an der Université de Genève und daneben zeitweise auch als Chargé de cours für droit romain an der Université de Fribourg durch. In Genf war er an einem vom Schweizer Nationalfonds geförderten Forschungsprojekt zum europäischen Privatrecht beteiligt. Nach der Habilitation in Göttingen und der Erteilung der Lehrbefugnis für die Fächer Römisches Recht, Bürgerliches Recht, Privatrechtsgeschichte der Neuzeit und Rechtsvergleichung übernahm er Vertretungsprofessuren für Bürgerliches und Römisches Recht in Saarbrücken (erster Platz auf der Berufungsliste) und Heidelberg, bevor er 2002 in Kiel zum Professor (C 4) auf Lebenszeit ernannt wurde. Er ist mit der Kunsthistorikerin Regina Pritzl verheiratet.

Seit 2005 ist Professor Dr. Meyer-Pritzl als Richter am Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht (3. Zivilsenat, Schwerpunkt: Erbrecht) im zweiten Hauptamt tätig. Er ist einer der Stellvertretenden Vorsitzenden des Justizprüfungsamtes am Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht und Prüfer in der Ersten Juristischen Prüfung. 
 
Professor Dr. Meyer-Pritzl ist Direktor des Hermann Kantorowicz-Instituts für juristische Grundlagenforschung, das er gemeinsam mit Robert Alexy 2011 gegründet hat. Außerdem ist er seit 2002 Direktor des Juristischen Seminars. Er war Dekan (2012-2014), Erster Prodekan (2014-2016) und Studiendekan (2010-2012) der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Von 2012 bis 2016 war er Mitglied des Senats der Christian-Albrechts-Universität. 2012 wurde er für drei Jahre vom Senat zum Mitglied in der Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens gewählt. Von November 2009 bis November 2012 gehörte er dem Verwaltungsrat des Studentenwerks Schleswig-Holstein an. Zwischen 2006 und 2016 war er Mitglied des Fakultätskonvents der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Seit 2010 ist er Mitglied der Redaktion der "Christiana Albertina" (von 2012 bis 2017 nahm er das Amt des verantwortlichen Redakteurs wahr).